Christlich Demokratische Union Sankt Augustin
NRW-Gesundheitsministerin macht keine Hoffnung auf Erhalt der Geburtsstation und Neonatologie in der Kinderklinik Sankt Augustin PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 09. Februar 2017

500pxKinderklinik Sankt AugustinNichts unversucht lassen Vertreter der CDU Sankt Augustin und des CDU Kreisverbands Rhein-Sieg, um Geburtsstation und Neonatologieabteilung in der Asklepios-Kinderklinik in Sankt Augustin doch noch zu erhalten.

Ein Gespräch mit Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis90/die Grünen) sollte Klarheit bringen, ob und wie es in Sankt Augustin möglicherweise weitergeht.

Leider konnte die Ministerin Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU Kreisvorsitzende), Georg Schell (Fraktionsvorsitzender CDU Sankt Augustin), Sascha Lienesch (sozialpolitischer Sprecher der CDU Fraktion Sankt Augustin) und Volker Meertz (Geschäftsführer CDU Rhein-Sieg) keinerlei Hoffnungen auf Erhalt der Geburtsstation machen: Aufgrund der gesetzlichen Regelungen habe das Land keinerlei rechtliche Handhabe, um etwa den Betreiber Asklepios zu einer Weiterführung zu verpflichten. Es bestehe seitens des Betreibers noch nicht einmal eine gesetzliche Pflicht, das Ministerium über die beabsichtigte Schließung zu informieren. Genau wie die Menschen an Rhein und Sieg habe die Ministerin von den Plänen des Konzerns aus der Zeitung erfahren. Prüfungen des Ministeriums hätten jetzt jedoch ergeben, dass eine Schließung die Versorgungssituation in der Region nicht unzumutbar belasten sollen. Im Vergleich zu anderen Regionen seien die Bedingungen im Rhein-Sieg-Kreis auch dann noch kommod und entsprächen den einzuhaltenden gesetzlichen Vorgaben. Rund 1.000 Geburten pro Jahr waren zuletzt in Sankt Augustin zu verzeichnen.

„Es ist klar, dass es nach dem 30.06.2017 bei den betroffenen Patientinnen zu einer Abstimmung mit den Füßen kommen wird. Deshalb wollten wir von der Ministerin auch wissen, wie sich die Patientenströme künftig verteilen“, so Elisabeth Winkelmeier-Becker. "Für die werdenden Eltern gerade aus den entfernten Gemeinden Eitorf, Ruppichteroth, Windeck etc. macht es schon einen Unterschied, ob sie bei einer Geburt künftig noch 15 – 20 Minuten länger zur Klinik benötigen."

Hierzu teilte die Ministerin mit, dass die regionale Krankenhausplanung aufgrund der vom Träger mitgeteilten beabsichtigten Schließung umgehend eine Aktualisierung erfahren habe, um die zur Jahresmitte wegfallenden Betten in der Geburtshilfe in der Region zu verteilen. Von den umliegenden Trägern/Krankenhäusern wurde auch schon signalisiert, Kapazitäten zu übernehmen. Im Rahmen der regionalen Krankenhausbedarfsplanung soll auch die Stadt Sankt Augustin angehört werden.

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Besonders machten die Christdemokraten darauf aufmerksam, dass künftig die günstigen Synergien des benachbarten Kinderherzzentrums wegfallen und es dann vermehrt zu Kranken- oder Rettungstransporten kommen wird. Hier legten die Vertreter der CDU Wert darauf, dass keine Unterversorgung eintreten darf. Der früher durch die Johanniter Unfallhilfe betriebene Baby-Notarztwagen (Baby-NAW) existiert nicht mehr.

Im Gespräch in Düsseldorf wurde klar, dass die im Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) vereinbarten Fallpauschalen für Geburten, insbesondere Spontangeburten, zu gering sind, als dass sich Geburtsabteilungen in kleineren Krankenhäusern dauerhaft rentierten. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden rund um die Uhr – da streichen viele Träger angesichts der tatsächlich gezahlten Fallpauschalen die Segel. „Eine Anhebung der Fallpauschalen könnte dazu beitragen, den Trend zur Konzentration der Geburtshilfe in großen zentralen Gesundheitszentren zu stoppen und auch kleineren Krankenhäusern weiterhin den Unterhalt von Geburtsstationen zu ermöglichen“, so Elisabeth Winkelmeier-Becker. „Wenn diese Fallpauschalen angehoben werden, würde es für viele Kliniken attraktiver ihre Geburtshilfe weiter zu betreiben, weil dieser Betrieb dann wirtschaftlicher ist“, ist sich Georg Schell, Vorsitzender der CDU Frank Sankt Augustin, sicher. "Das wäre ein wichtiges Signal der Kinderfreundlichkeit in unserem Land."

„Da Asklepios nicht bereit ist, die am Standort in Sankt Augustin offensichtlich vorhandenen Synergien zum benachbarten Kinderherzzentrum zu nutzen, wird es nach der Schließung der Geburtsstation vor allem auch bei Risikoschwangerschaften vermehrt zu Kranken- oder Rettungstransporten kommen“, so Georg Schell. „Der früher durch die Johanniter-Unfallhilfe betriebene Baby-Notarztwagen (Baby-NAW) existiert nicht mehr. Die Wege werden länger, insbesondere für Patientinnen aus dem Windecker Ländchen. Hier müssen wir aufpassen, dass es zu keiner Unterversorgung kommt“, warnt Georg Schell.

„Die Entscheidung der Asklepios-Klinikleitung zur Schließung der Geburtsstation und Neonatologie in der Kinderklinik Sankt Augustin hat die gesundheitliche Daseinsvorsorge im Rhein-Sieg-Kreis gehörig durcheinander gewirbelt. Es ist ein Unding, dass die Schließung eines wichtigen Bausteins der medizinischen Daseinsvorsorge gegenüber den Behörden nicht angezeigt werden muss. Eltern, Ärzte und Krankenschwestern aber auch Politik und Verwaltung wurden von der Pressemitteilung des Asklepios-Konzerns kalt erwischt“, weiß Sascha Lienesch. „Die beste Lösung wäre, der Konzern würde die getroffene Entscheidung nochmals überdenken und korrigieren!“