Christlich Demokratische Union Sankt Augustin
Siegburg muss nicht gegen HUMA klagen PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 11. Oktober 2013

huma170-2In den letzten Monaten konnte man der Presse viele geplante und umgesetzte Projekte umliegender Kommunen zur Aufwertung ihrer Innenstädte entnehmen – z. B. die Einkaufspassage Wilhelm-Hamacher-Platz in Troisdorf oder das City-Gate in Siegburg.

Seitens der Sankt Augustiner CDU-Fraktion wurde in keinem Fall auch nur ansatzweise darüber nachgedacht, Einsprüche in irgendeiner Form gegen derartige Maßnahmen zu erheben. Denn eine Erhöhung der Attraktivität der Nachbarstädte steigert die Attraktivität der gesamten Region und ist daher unweigerlich für alle Kommunen von Vorteil.

Vor diesem Hintergrund nimmt die CDU-Fraktion Sankt Augustin das Vorhaben der Verwaltung der Stadt Siegburg, in der nächsten Ratssitzung einen Normenkontrollantrag und eine Anfechtungsklage gegen den Bebauungsplan beschließen zu lassen, mit sehr großem Bedauern zur Kenntnis. Hier sollte die Kreisstadt in ihren Überlegungen berücksichtigen, dass der erweiterte HUMA eine nennenswerte Konkurrenz zu der über Jahrhunderte gewachsenen Siegburger Innenstadt weder sein will noch sein kann, sondern vielmehr zu Einkaufszentren wie dem Rhein-Center in Köln-Weiden oder den Köln-Arcaden. Zudem liegen umfangreiche Gutachten vor, die die Verträglichkeit des Projektes mit den Nachbarkommunen ausdrücklich und eindeutig belegen, und die Gesamtverkaufsfläche des neuen HUMA wurde von ursprünglich 46.200 qm auf nur noch 39.000 qm erheblich reduziert.

Siegburg hat den großen Standortvorteil, als Mittelzentrum auch viele der Berggemeinden zum direkten Einzugsbereich zählen zu können. Dadurch liegt die Kaufkraftabdeckung der Kreisstadt in den meisten Sortimenten erheblich über 100% - die Siegburger Einzelhändler machen also mehr Umsatz, als die Siegburger Bürger für ihre Bedürfnisse insgesamt ausgeben. Zum Vergleich: In Sankt Augustin liegt dies Kaufkraftabdeckung nur bei ca. 50% - eine Stadt mit rund 55.000 Einwohnern kann mit dem Einzelhandelsangebot also nur die Hälfte der Bedürfnisse ihrer Bürger befriedigen.

Deshalb kaufen auch Sankt Augustiner Bürger insbesondere bei Warengruppen, bei denen in Sankt Augustin bisher kein oder nur ein geringes Angebot besteht, in Siegburg. Dabei ist ermittelt worden, dass ca. 13% der Siegburger Einzelhandelsumsätze durch Sankt Augustiner Bürger getätigt werden. Durch die Erweiterung des HUMA würde etwa die Hälfte davon wieder zurück nach Sankt Augustin verlagert– und der Wunsch hierzu ist sicherlich nachvollziehbar, da mehr Umsatz neben einer besseren Versorgung der Bürger in der eigenen Stadt auch höhere Gewerbesteuern bedeutet, die für Sankt Augustin als Kommune in der Haushaltssicherung äußerst wünschenswert sind. Und sogar Siegburger Bürger profitieren von einem an modernes Kaufverhalten angepassten HUMA, da sie für ein solches Angebot nicht mehr nach Köln oder noch weiter fahren müssen, sondern nur über die Siegbrücke nach Sankt Augustin.

schell-georg170Georg Schell, CDU-Fraktionsvorsitzender: „Ich würde mich freuen, wenn die 950 Jahre alte Kreisstadt Siegburg von ihrem Vorhaben Abstand nimmt, dem mit 36 Jahren im Gegensatz dazu noch sehr jungen Sankt Augustin bei seiner wichtigen Zentrumsentwicklung Steine in den Weg zu legen. Letzten Endes produziert das Ganze nur Kosten, die aus zwei derzeit ohnehin schon arg strapazierten Stadtsäckeln bezahlt werden müssen und die laut Siegburger Ratsvorlage sogar ‚nicht abschließend beziffert werden können.‘“