Christlich Demokratische Union Sankt Augustin
Willkommen bei der CDU Sankt Augustin
Matthias Erzberger und die Anfänge von Weimar
Mittwoch, den 19. Januar 2011

Am 19. Januar 2011 war unsere Senioren-Union der CDU Sankt Augustin zum siebten Mal Gast in der Konrad-Adenauer-Stiftung, um einen der hoch interessanten Vorträge von Christopher Beckmann zu hören. Sein Thema dieses Mal war: „Matthias Erzberger – Christlicher Demokrat im Kaiserreich und in der Weimarer Republik“. Erzberger war ein Zentrumspolitiker, der für sein Eintreten für einen Verständigungsfrieden seit 1917, seinen Kampf gegen den Militarismus und seine Bereitschaft, am Ende des Ersten Weltkrieges Verantwortung zu übernehmen bis zu seiner Ermordung im August 1921 bekämpft wurde.

Er wurde am 20. September 1875 auf der Schwäbischen Alb in einfachen Verhältnissen geboren. Da er weder Geld noch Familienbeziehungen besaß, musste er sich auf seinen Fleiß und seine Intelligenz verlassen. Für ein Studium fehlte das Geld, so dass er sich seine später vielfach bewunderten oder auch gefürchteten enzyklopädischen Kenntnisse auf den verschiedensten Gebieten als Autodidakt aneignete. Der Hass, der ihm in seinen letzen Lebensjahren aus gewissen Kreisen entgegenschlug, dürfte nicht zuletzt auch auf einen verletzten Standesdünkel zurückzuführen gewesen sein.
1894 trat er in den württembergischen Schuldienst ein. Nebenbei befasste er sich intensiv mit politischen Fragen. Bald hielt er regelmäßig sonntägliche Vorträge, um die Gedanken der katholischen Soziallehre zu verbreiten. Er übernahm im Auftrag des Zentrums die Funktion eines Arbeitersekretärs, um Arbeitnehmer in sozialen und arbeitsrechtlichen Fragen zu beraten. Um die Jahrhundertwende war er auch an der Gründung christlicher Gewerkschaften beteiligt. Bei der Reichstagswahl am 16. Juni 1903 kandidierte Erzberger erfolgreich im Wahlkreis Biberach und zog im Alter von 28 Jahren als jüngster Abgeordneter in den Deutschen Reichstag ein.

Sehr zum Unwillen der Parteiführung sprach Erzberger im Reichstag beinahe zu allem und jedem. Systematisch arbeitete er die Reichstagsprotokolle der letzten 30 Jahre durch und legte sich eine umfangreiche Stichwortkartei an. 1905 erregte er breites Aufsehen, als er Übergriffe und Skandale der deutschen Verwaltung in afrikanischen Kolonien anprangerte und die Abstellung mancher Missstände erreichte. Kolonialbeamte müssten in ihren Beziehungen zu den Eingeborenen nach den Grundsätzen der christlichen Ethik handeln und anerkennen, dass der „Neger“ ebenso mit einer unsterblichen Seele ausgestattet sei wie der Deutsche. Immer stärker wuchs in diesen Jahren in Erzberger die Erkenntnis, dass das politische System des Kaiserreiches einer Parlamentarisierung dringend bedürfe, wollte man angesichts einer wachsenden Politisierung der Bevölkerung und ihres wachsenden Partizipationsanspruchs eine soziale Revolution verhindern. Er war überzeugt, dass dem parlamentarischen System auch in Deutschland die Zukunft gehöre.

Außenpolitisch bewirkte der Verlauf des Ersten Weltkriegs, dass Erzberger sich vom patriotischen Überschwang zum Verfechter eines Verständigungsfriedens wandelte. Er schrieb: „nur ein politischer Idiot kann im Jahre 1917 das Kriegsziel noch so stecken wie 1914/15“. Zeitgleich war er an den Geheimverhandlungen über einen Separatfrieden mit der provisorischen russischen Regierung unter Kerenskij beteiligt. Nach deren Scheitern gehörte er zu denen, die darauf drängten, einigen führenden bolschewistischen Revolutionären, darunter Lenin, die Reise von der Schweiz nach Russland zu ermöglichen.

Er gehörte zu den maßgeblichen Initiatoren der berühmten Friedensresolution des Reichstages, die einen Wendepunkt in der Entwicklung Deutschlands während des Krieges darstellte. Im Reichstag forderte er am 6. Juli 1917: „unerbittlich und kalt müssen aus den gegebenen Verhältnissen mit dem Verstand die politischen Konsequenzen gezogen werden, sowohl in der Wahlrechtsfrage wie in der engeren Fühlungnahme zwischen Regierung und Parlament“. Der Reichstag beschloss daraufhin, einen „Frieden der Verständigung“ anzustreben. Dies machte Erzberger zum Gegenstand einer gezielten Hetze vor allem seitens der Alldeutschen und hat ihm zahlreiche Gegner innerhalb der alten, um ihre Stellung fürchtenden Eliten geschaffen. Aus Verantwortung übernahm er Anfang Oktober 1918 die Funktion eines Staatssekretärs ohne Geschäftsbereich in der Regierung des Reichskanzlers Prinz Max von Baden. Auf Drängen des Reichskanzlers und des Kabinetts trat Erzberger an die Spitze der Delegation und unterzeichnete am 11. November 1918 im Wald von Compiègne das für Deutschland äußerst harte Waffenstillstandsabkommen. In der Rückschau betrachtet war dies ein schwerer Fehler, der für die Weimarer Republik, die demokratischen Kräfte und für Erzberger persönlich eine schwere Hypothek bedeutete.

Erzberger wurde Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und gehörte dem ersten Kabinett der so genannten Weimarer Koalition aus SPD, Zentrum und DDP unter Philipp Scheidemann als Minister ohne Ressort an. In der von Juni 1919 an amtierenden, nur aus Zentrum und SPD bestehenden Regierung unter Reichskanzler Gustav Bauer war er als Vizekanzler und Finanzminister die entscheidende Figur. Er trat für die Annahme des harten Versailler Friedensvertrags ein.

Mit Erzbergers Namen ist eine einschneidende Reform der deutschen Finanzverfassung verbunden, die bis heute nachwirkt. Er leitete die Schaffung einer einheitlichen Steuerverwaltung auf Reichsebene in die Wege, die es zuvor nicht gegeben hatte. Das Steuerwesen und die Steuersätze wurden vereinheitlicht. Der Spitzensteuersatz wurde von 4 auf bis zu 60 % erhöht. Mit seinen Maßnahmen wurde er für die Rechtsparteien zum Verräter an Volk und Reich. Es wurde der Ruf verbreitet: „Fort mit Erzberger!“. Keiner besaß größere Verdienste um die Parlamentarisierung des Reiches und um die Festigung der Regierungskoalition. Die Reichsfinanzreform, die Erzberger anging, gehört zu den Jahrhundertwerken.
Am 26. August 1921 wurde Mattias Erzberger während eines Waldspaziergangs erschossen. Die Mörder gehörten der rechtsextremistischen terroristischen „Organisation Consul“ an.

 
Neujahrsempfang der CDU Sankt Augustin
Montag, den 17. Januar 2011

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CDU Ortsverband Sankt Augustin-Mülldorf wählt neuen Vorstand
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Vorstand_2010_170Trotz des starken Schneefalls konnte die Vorsitzende des CDU Ortsverbandes in Mülldorf, Claudia Feld-Wielpütz, wieder einige Mitglieder auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 16.12.2010 begrüßen. Bevor man zu dem Tagesordnungspunkt

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Mindereinnahmen träfen Sankt Augustin hart
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Montag, den 30. August 2010

gruppe_fu-Flughafen170Die Frauen Union hatte zu einer Besichtigung des Flughafens Köln- Bonn eingeladen. 34 Damen und auch Herren und Jugendliche hatten sich versammelt, um mit dem Bus nach Köln zu fahren.

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